Politik im direkten Austausch mit Schülerinnen und Schülern
Im Rahmen der Projektwoche an der BBS Technik erhielten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Politik hautnah zu erleben. Bei einer Podiumsdiskussion zur Landratswahl 2026 stellten sich die Kandidaten den Fragen einer großen Schülergruppe und diskutierten darüber, welche Perspektiven sie jungen Menschen im Landkreis Cloppenburg bieten möchten. Zu Beginn der Veranstaltung wurde den Schülerinnen und Schülern zunächst die Bedeutung des Amtes des Landrats nähergebracht. Als Leiter der Kreisverwaltung trägt der Landrat Verantwortung für zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens – von Schulen und Gesundheitswesen über den Katastrophenschutz bis hin zur Bauaufsicht. Gleichzeitig gestaltet er als Vorsitzender des Kreisausschusses die Entwicklung des Landkreises mit, setzt sich für Infrastruktur- und Bildungsprojekte ein und vertritt die Interessen des Landkreises nach außen. Darüber hinaus koordiniert er die Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Städten und Gemeinden und achtet auf die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben.
Der Einladung folgten Dirk Gehrmann (CDU), Josef Möddeken (AfD) und Alexander Baxmann (SPD/FDP). Stephan Christ (Bündnis 90/Die Grünen) musste seine Teilnahme aufgrund eines Termins im Niedersächsischen Landtag absagen. Bereits im Vorfeld hatten sich die beteiligten Klassen unter der Leitung von Birte Bredehöft-Kröger intensiv mit dem Amt des Landrats und kommunalpolitischen Themen auseinandergesetzt. Gemeinsam sammelten und formulierten sie Fragen, die sie den Kandidaten während der Diskussion stellten. Dabei ging es unter anderem um Bildung, Mobilität, Freizeitangebote, Infrastruktur und die Zukunftsperspektiven junger Menschen im Landkreis. Neben den vorbereiteten Fragen hatten die Schülerinnen und Schüler auch Gelegenheit, spontan nachzuhaken und eigene Anliegen einzubringen. Hier wurde zum Beispiel der Umgang mit Radikalisierung thematisiert. Begleitet wurde die Podiumsdiskussion neben Birte Bredehöft-Kröger durch den Schulleiter Dr. Andreas Berndt, der stellvertretenden Schulleiterin Heike Brinkhus und der Abteilungsleiterin Simone Siemer, die die Veranstaltung organisatorisch unterstützten und den Austausch mit den Gästen begleiteten.
Die Diskussion zeigte die unterschiedlichen politischen Schwerpunkte der Kandidaten. Während einige ihre Antworten stärker fachlich und anhand konkreter Vorhaben erläuterten, legten andere den Schwerpunkt auf persönliche Erfahrungen oder grundsätzliche politische Positionen. Manche Fragen blieben auch an der Oberfläche und wurden nicht tiefgründig genug beantwortet. So erhielten die Jugendlichen einen unmittelbaren Eindruck davon, wie unterschiedlich politische Konzepte und Argumentationsweisen sein können.
Im Anschluss an die Diskussionsrunde wurde das Thema Demokratie noch praktisch vertieft. In einer gemeinsamen Teamaufgabe bauten die Kandidaten einen Turm aus Bechern, die zuvor von Schülerinnen und Schülern mit demokratischen Grundbegriffen beschriftet worden sind. Den Abschluss der „Pyramide“ bildete ein oberster Becher mit dem Begriff „Meinungsfreiheit“, der symbolisch für einen der zentralen Werte einer demokratischen Gesellschaft stand. Die Veranstaltung bot den Jugendlichen die Möglichkeit, Politik nicht nur aus dem Unterricht zu kennen, sondern mit den Kandidaten direkt ins Gespräch zu kommen, kritisch nachzufragen und sich ein eigenes Bild zu machen. „Geht zur Wahl, wenn ihr nicht geht, wählt ihr auch“, so Kandidat Dirk Gehrmann. „Schaut euch aber unbedingt vorher genau die Inhalte der Wahlprogramme an“, forderte er abschließend auf.
Damit leistete die Podiumsdiskussion einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und machte deutlich, wie wertvoll der persönliche Austausch zwischen Politik und jungen Menschen sein kann.