Kreative Ideen, technische Innovationen und wertvolle Erfahrungen
Berufliches Gymnasium Klasse 12 präsentiert Praxisprojekte an der BBS Technik
Mit großem Engagement, technischem Know-how und viel Kreativität präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 des Beruflichen Gymnasiums an der BBS Technik die Ergebnisse ihrer Praxisprojekte. Rund ein halbes Jahr lang hatten die Projektgruppen an ihren Ideen gearbeitet, Herausforderungen gemeistert und innovative Lösungen entwickelt. Die Vielfalt der Themen reichte von Bautechnik über Gestaltungs- und Medientechnik, Informatik, Mechatronik und Medizintechnik als Fachrichtungen des BGT bis hin zu Projekten der Fachschule Maschinentechnik.
Die insgesamt 21 Gruppen verdeutlichen eindrucksvoll die Vielfalt der Fachrichtungen und Interessen am BGT. Die hier gezeigten Projekte bilden lediglich einen Ausschnitt der zahlreichen innovativen Arbeiten.
Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, die Arbeiten kennenzulernen und mit den Projektgruppen ins Gespräch zu kommen. Zu den Gästen zählten Schülerinnen und Schüler der BBS Technik, Eltern, Lehrkräfte, Fachlehrkräfte sowie Projektpartner aus der freien Wirtschaft, die die Vorhaben während ihrer Entstehung begleitet hatten. Das große Interesse und die zahlreichen Nachfragen zeigten die Wertschätzung für die geleistete Arbeit der jungen Projektteams.
Eindrucksvoll zeigte sich die Fachrichtung Gestaltungs- und Medientechnik. Das Projekt „Hüter der Krippe“ entwickelte eine digitale Umsetzung rund um die Geschichte der Krippe und gestaltete darüber hinaus einen interaktiven Adventskalender. Für Projektmitglied Violeta Klaut war die Arbeit eine wichtige Bestätigung ihres Berufswunsches. „Ich möchte später Mediengestalterin werden und fand es faszinierend, den gesamten kreativen Prozess mitzuerleben – von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt“, erklärte sie. Besonders erfreut zeigte sie sich über die positiven Reaktionen des Publikums während der Präsentationen. „Wenn man sieht, wie gut die Ergebnisse ankommen und wie interessiert die Besucher sind, dann macht einen das schon stolz.“ Zu den Gästen gehörte auch Veronika Wendeln, Vertreterin des Fördervereins St. Aloysius aus Höltinghausen als Projektpartner. Sie zeigte sich beeindruckt von der Bandbreite der vorgestellten Arbeiten. „Es ist bemerkenswert, mit wie viel Kreativität, Fachwissen und Engagement die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte umgesetzt haben. Die Vielfalt der Ideen und die Qualität der Präsentationen haben mich sehr beeindruckt“, erklärte sie nach dem Vortrag.
Aus dem Projekt „QuickMeds“ der Medizintechnik, bei dem ein Medikamentenautomat für die Sofortversorgung entwickelt wurde, zog das Team ein positives Feedback, auch wenn die Projektgruppe nicht alle ursprünglich gesetzten Ziele vollständig erreichen konnte: Projektmitglied Merle Brinkmann betonte insbesondere die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb des Teams: „Wir haben gelernt, wie wichtig Kommunikation ist. Auch wenn das Projekt am Ende nicht genau zu dem Ergebnis geführt hat, das wir uns erhofft hatten, bin ich dankbar, dass wir uns dieser Herausforderung gestellt haben. Für mich persönlich war es eine wichtige Erfahrung zu erkennen, wie entscheidend gute Teamarbeit und ein offener Austausch für den Erfolg eines Projektes sind.“
In den anderen Fachbereichen wurden ebenso innovative Lösungen vorgestellt. In der Bautechnik beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit der Frage, ob Carbonbeton eine zukunftsfähige Alternative zum herkömmlichen Stahlbeton im Brückenbau darstellen kann. Ausgangspunkt des Projektes war der zunehmende Sanierungsbedarf vieler Brückenbauwerke, deren Stahlbewehrungen im Laufe der Zeit korrodieren und dadurch hohe Instandhaltungskosten verursachen. Die Projektgruppe untersuchte deshalb die Eigenschaften von Carbonbeton, der sich durch eine hohe Zugfestigkeit, ein geringes Gewicht und vor allem durch seine Korrosionsbeständigkeit auszeichnet. Durch praktische Modellversuche wurden verschiedene Brückenelemente miteinander verglichen, um die Potenziale des innovativen Baustoffs für zukünftige Bauvorhaben sichtbar zu machen. Die Informatiker präsentierten unter anderem das Projekt „Peach Party Multiplayer“, bei dem ein eigenes 3D-PC-Spiel entwickelt wurde und das eindrucksvoll zeigte, wie Programmierung, Grafikdesign und Teamarbeit zu einem funktionierenden Gesamtkonzept verschmelzen. In der Mechatronik sorgte die automatisierte Cocktail-Shotanlage „Robo Barkeeper“ für großes Interesse, da hier Mechanik, Elektronik und Steuerungstechnik auf kreative Weise miteinander verbunden wurden. Die Fachschule Maschinentechnik stellte zudem praxisnahe Konstruktionslösungen für industrielle Anwendungen vor, darunter die Planung und Projektierung einer Hebehilfe für Folienrollen, die einen wichtigen Beitrag zur Arbeitserleichterung und Ergonomie in Produktionsbetrieben leisten kann.
Dass nicht allein das Endergebnis zählt, sondern auch der Weg dorthin, wurde bei vielen Präsentationen deutlich. Die Schülerinnen und Schüler berichteten von technischen Schwierigkeiten, kreativen Lösungsansätzen und wertvollen Erfahrungen, die weit über den Unterricht hinausgehen. Der Projekttag machte eindrucksvoll deutlich, welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 innerhalb eines halben Jahres erwerben und anwenden können. Neben fachlichem Wissen standen vor allem Projektmanagement, Problemlösungskompetenz, Kreativität und Teamarbeit im Mittelpunkt – Fähigkeiten, die für die weitere schulische Laufbahn in der Klasse 13, ein späteres Studium oder den Beruf gleichermaßen von großer Bedeutung sind.
Am Ende des Tages blieb bei vielen Gästen der Eindruck, dass die vorgestellten Projekte weit mehr waren als schulische Aufgaben. Sie waren ein sichtbarer Beleg dafür, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen, Herausforderungen annehmen und mit Engagement an der Gestaltung ihrer Zukunft arbeiten. Die vorgestellten Projekte machten deutlich, dass technische Innovation nicht nur in großen Unternehmen entsteht, sondern bereits in den Klassenzimmern und Werkstätten der BBS Technik, wo junge Menschen mit Kreativität, Fachwissen und Ausdauer an Lösungen für die Herausforderungen von morgen arbeiten.