Der Leistungskurs Informatik am Technischen Gymnasium der BBS Technik hat einen humanoiden Roboter gebaut. Sein Name ist Wilson. Die 3D-Drucker der Schule waren monatelang im Dauereinsatz, um die benötigten Bauteile zu produzieren. Nun hat sich Wilson zum ersten Mal bewegt. Im nächsten Schritt programmieren die Schülerinnen und Schüler eine Schnittstelle, damit eine Kommunikation mit Menschen möglich wird. Nach Angaben der Schule soll dies künftig auch auf Plattdeutsch funktionieren.
Wilson besteht aus einem menschenähnlichen Oberkörper und kann beide Arme bewegen. Dazu gehören auch Hände, deren menschenähnliche Finger sich lebensecht bewegen.
Peter Trenkamp, Abteilungsleiter für KI an der BBS Technik, ist begeistert: „Die Schülerinnen und Schüler haben mit viel Energie komplexe technische Probleme gelöst und diesen Roboter aus dem Nichts erschaffen.“
Dieser neue pädagogische Ansatz passt genau zu dem Umstrukturierungsprozess, der derzeit an der BBS Technik stattfindet. Schülerinnen und Schüler sollen mehr Verantwortung für ihren individuellen Lernprozess übernehmen. Am Anfang gab es nur einen großen Karton mit einzelnen Teilen. Die Bauteile für den Roboter mussten zum größten Teil selbst mit den schulischen 3D-Druckern hergestellt werden.
„Da ist so einiges schiefgelaufen“, erinnert sich Peter Trenkamp. „Aber gerade das Lösen von Problemen gehört dazu. Durchhaltevermögen ist eine wichtige Kompetenz für technische Berufe, die wir in der Schule gezielt trainieren müssen.“ Im nächsten Schuljahr ist die Konstruktion von Beinen geplant, sodass Wilson laufen lernen soll.
Die Erfahrungen aus dem Projekt fließen auch in die weiteren Planungen der BBS Technik ein. Im geplanten Neubau soll ein KI-Robotik-Labor entstehen, in dem Schülerinnen und Schüler noch tiefer, praxisorientierter und anwendungsbezogener mit Künstlicher Intelligenz, Robotik, 3D-Druck und moderner Sensorik arbeiten können. Das Roboterprojekt hat gezeigt, welche technischen, räumlichen und didaktischen Voraussetzungen nötig sind, damit junge Menschen kreative Ideen nicht nur theoretisch entwickeln, sondern auch praktisch umsetzen können.
Wilson ist der erste humanoide Roboter an der BBS Technik. Gleichzeitig knüpft das Projekt an eine lange technische Tradition der Schule an. Bereits seit Jahrzehnten sammelt die BBS Technik Erfahrungen mit Industrierobotern und robotischen Systemen, insbesondere in der Mechatronik. Das neue Projekt erweitert diese vorhandene Kompetenz nun um humanoide Robotik, Künstliche Intelligenz, Sprachschnittstellen und 3D-Druck.
Das Thema humanoide Robotik zeigt, dass Schülerinnen und Schüler viel bewegen können, wenn sie sich für ein Thema begeistern. Allerdings ist ein solches Projekt kein Selbstläufer. Die BBS Technik profitiert davon, dass Robotik, Informatik und 3D-Druck seit vielen Jahren von einem großen Team aus Ingenieuren, Informatikern und technischen Lehrkräften vorangetrieben werden. Ohne echte Fachkompetenz ist ein solches Projekt nicht umsetzbar.
Wer sich für moderne technische Herausforderungen interessiert, ist an der BBS Technik gut aufgehoben. Der Fachkräftemangel betrifft insbesondere die technisch-gewerblichen und handwerklichen Berufe. „Wir werden in den nächsten Jahren erleben, dass durch KI viele Büroarbeitsplätze verändert werden oder wegfallen. Gleichzeitig haben wir in den technisch-gewerblichen und handwerklichen Berufen einen großen Fachkräftemangel“, sagt Andreas Berndt, Schulleiter der BBS Technik. „Es ist für mich als Schulleiter wunderbar zu sehen, mit welcher Begeisterung Schülerinnen und Schüler an komplexen technischen Problemen arbeiten. Dadurch leisten wir als Schule einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs.“
Die letzten freien Schulplätze an der BBS Technik werden bis zum Ende der Sommerferien vergeben. Eine Anmeldung ist weiterhin möglich.